Pastinaken

Geschichte der Pastinake, Wuchsform, Vorkommen und Rezepte

Pastinaken

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Ursprünglich handelt es sich bei der Pastinake, auch “Germanenwurzel” genannt, um eine Wildform aus der Familie der Doldenblütler. Schon seit Jahrhunderten wird sie aber auch als Kulturgemüse angebaut.

Wuchsform und Vorkommen

Pastinaken sind zweijährige Pflanzen, deren Kraut zwischen 30 und 120 cm hoch wächst und die einen angenehm süßlichen Geruch besitzen. Die kegelförmigen, cremeweißen Rüben haben bei kultivierten Formen einen Durchmesser von bis zu 6 cm und können bei einem Maximalgewicht von 1,5 kg bis zu 20 cm lang werden. Die Wurzeln sind unempfindlich gegenüber Frost.
Wildformen der Pastinake gedeihen auf Wiesen, bevorzugt in Wegnähe oder an Böschungen. Auch findet man die trockenheitsresistenten Pflanzen in Steinbrüchen und auf Getreidefeldern.
Im Gemüseanbau bevorzugen Landwirte lehmige oder moorige Böden für Pastinaken, da hier die höchsten Erträge zu erwarten sind. Da das Rübengemüse keine Staunässe verträgt, empfiehlt sich der Anbau auf Dämmen.
Die Ernte beginnt im Oktober und endet beim Einsetzen von Frost. Im Anschluss lässt sich die Pastinake hervorragend lagern.

Geschichte der Pastinake

Schon die Römer in der Antike liebten Pastinakengerichte. Auch in Deutschland zählte das Wurzelgemüse bis Mitte des 18. Jahrhundert zu den Grundnahrungsmitteln, nicht zuletzt aufgrund der geringen Ernteausfälle. Während die Pastinake sich in Großbritannien, Frankreich, Skandinavien und Ungarn seitdem ununterbrochener Beliebtheit erfreuen konnte, wurde sie in Deutschland von Kartoffeln und Karotten weitgehend verdrängt. Insbesondere durch den Ausbau der ökologischen Landwirtschaft erfährt die Pastinake in letzter Zeit aber auch hier ein Comeback.

Verwendung in der Küche

Die Pastinake ist als Saisongemüse von Oktober bis Dezember erhältlich und kann im Gemüsefach des Kühlschranks etwa 2 bis 4 Wochen aufbewahrt werden.pastinaken Pastinaken
Vorwiegend werden in der Küche die Wurzeln verarbeitet. Der Geschmack erinnert an eine Mischung aus Karotte, Sellerie und Petersilienwurzel und präsentiert sich zugleich süßlich und würzig, manchmal zudem etwas herb. Die Verwendungsmöglichkeiten sind äußerst vielfältig: Die Pastinake kann sowohl roh als Salat gegessen werden als auch in gekochtem Zustand. In England wird z. B. Pastinakenpüree – “Mashed parsnips” – als beliebte Beilage zu Fleischgerichten serviert. Auch eignet sich das Wurzelgemüse hervorragend für die Zubereitung von Eintöpfen und Suppen. Sogar Chips lassen sich aus dünnen Pastinakenscheiben herstellen. Man sollte lediglich beachten, das Gemüse nicht zu stark anzubraten, da es sonst bitter schmeckt.
Auch die Blätter muss man nicht entsorgen: Sie können als Würzkraut – ähnlich der Petersilie – verwendet werden.

Wertvolle Inhaltsstoffe der Pastinake

Neben einem hohen Kaliumanteil enthalten Pastinaken außerdem das Provitamin A, Vitamin C, Eisen, Folsäure sowie Kalzium. Der hohe Ballaststoffanteil wirkt verdauungsfördernd. Das reichlich vorkommende Inulin sorgt zusätzlich für eine gesunde Darmflora.
Selbst bei Düngung mit Stickstoff beträgt der Nitratgehalt bei frischem Gemüse weniger als 100 mg/kg. Daher wird Pastinake bevorzugt für die Zubereitung von Babybrei verwendet.
Die Pastinake gilt als appetitanregend und soll sogar potenzsteigernde Wirkung besitzen.

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